Bäume – Superlative der Natur

Wir schützen jedes Jahr ca. 1.400 Bäume durch den Einsatz von Recyclingpapier vor der Abholzung. Aber warum sind Bäume eigentlich so schützenswert? Wir haben für euch eine Top 5 zusammengestellt, die eindrucksvoll die Bedeutung von Bäumen für unser gemeinsames Leben auf diesen Planeten verdeutlichen.

Bäume in der Sonne

  1. Sauerstoff
    Bäume leisten weltweit einen Großteil der Fotosynthese und sind damit gigantische Sauerstoffproduzenten. Ein durchschnittlicher Laubbaum von 15 bis 20 Meter Höhe entzieht der Atmosphäre CO2 und produziert etwa 370 Liter Sauerstoff pro Stunde. Das ergibt etwa 3 Millionen Liter Sauerstoff pro Jahr.
  2. Reinigung
    Neben der ästhetischen Aufwertung dienen Bäume insbesondere in Städten als Luftreiniger, da sie mit ihren Blättern die Schadstoffe binden. Eine ausgewachsene Buche neutralisiert beispielsweise den Nanodreck eines Autos mit 20.000 Kilometer Laufleistung im Jahr.
  3. Schutz
    Durch ihre tiefverzweigten Wurzeln schützen Bäume ideal vor Erosionen und Lawinen. Ihre enorme Wasserspeicherfähigkeit verhindert den Oberflächenabfluss und dient damit auch als Hochwasserschutz, da sie täglich bis zu 40.000 Liter Wasser pro Hektar aus dem Boden pumpen können.
  4. Temperatur
    Bäume haben eine doppelte Kühlfunktion. Das liegt zum einen an ihrer Eigenschaft, dass sie ein Teil des Wassers verdunsten lassen. Dieser Vorgang benötigt Energie in Form von Wärme, die entsprechend der Luft entzogen wird. Im Sommer bietet ihr Blätterdach zum anderen den dringend benötigten Schatten.
  5. Biodiversität
    Der Wald ist ein Netzwerk aus verschiedenen Lebewesen. Der Baum liefert von seinen Wurzeln über den Stamm bis zum Blätterdach für Tiere und Insekten sowie Pflanzen und Pilze den jeweils passenden Lebensraum. Die artenreichsten Lebensräume finden wir in den tropischen Regenwäldern; sie nehmen nur etwa 1/16 der Landoberfläche ein, beherbergen aber über die Hälfte aller Arten.

Wer mehr über den Wald und dem Zusammenspiel von Flora und Fauna erfahren möchte, dem sei die Dokumentation „Das Geheimnis der Bäume“ ans Herz gelegt, der den Wert von Bäumen in malerischen Bildern und Geschichten erzählt.

Nachhaltig verreisen

Die Sommerferien haben in vielen Bundesländern bereits begonnen oder starten noch in diesem Monat. Über die Hälfte der Bevölkerung möchte während dieser Zeit zwar grundsätzlich gerne nachhaltig verreisen, doch spielt Nachhaltigkeit letztlich bei der konkreten Umsetzung zumeist keine Rolle, da viele Urlauber gar nicht wissen, auf was sie denn genau achten müssen. Wie die Urlaubsreise nachhaltig gestaltet werden kann, möchten wir für euch kurz anhand der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit erläutern.Weltkarte Reisen1. Ökologisch
Wird eine generelle Rücksichtnahme auf die Natur und Tiere vorausgesetzt, so stellt sich die Wahl des Transportmittels als das entscheidende Umweltkriterium beim Reisen heraus. Vergleicht man die verantworteten CO2-Emissionen pro Person bei einer durchschnittlichen Autoreise mit entsprechenden Zug- und Busfahrten, schneiden letztere relativ besser ab, da sie weniger Treibhausgase verursachen. Die meisten klimaschädlichen Emissionen verursachen eindeutig Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe. Sofern aufgrund einer Fernreise nicht auf das Flugzeug verzichtet werden kann, sollte die Reise zumindest kompensiert werden. Die Wahl des Transportmittels gilt selbstverständlich auch vor Ort, sodass beispielsweise Leihfahrräder einem Mietwagen vorzuziehen sind.

2. Wirtschaftlich
Die sinnvollste Wahl bilden nachhaltig zertifizierte Reiseveranstalter und Unterkünfte. TourCert ist eine gemeinnützige Gesellschaft für die Zertifizierung im Tourismus und vergibt das gleichnamige Siegel an ökologisch und sozial nachhaltige Reiseveranstalter. Im forum anders reisen haben sich ebenfalls Reiseveranstalter zusammengeschlossen, die sozialverantwortliche und umweltgerechte Reisen anbieten. Auch die Wahl der Unterkunft ist entscheidend, da auch diese negativ Umweltauswirkungen haben kann. Wie unsere Druckerei nutzen Bio-Hotels ausschließlich Ökostrom, BioLebensmittel und Recyclingpapier. Energie- und Wasserverbrauch sowie Müllreduzierung bilden ebenso für Viabono die Zertifizierungsgrundlage für ihre klimafreundlichen Unterkünfte.

3. Sozial
Bei diesem Punkt muss hinterfragt werden, inwiefern auch die Menschen vor Ort von der Reise profitieren oder zumindest nicht unter dem Tourismus leiden müssen. All-Inclusive-Hotels mögen zwar bequem sein, aber die einheimischen Restaurants und der örtliche Lebensmittelanbieter haben hiervon leider wenig. Ein stetig zu wässernder Golfplatz in einer ohnehin schon trockenen Region oder Skifahren auf Kunstschnee sollte ebenfalls gemieden werden. Am besten ist der Ort in den Wirtschaftskreislauf der Unterkunft natürlich integriert. Nutzt daher besser aktiv die privaten Geschäfte sowie lokale Essens- und Freizeitangebote auch außerhalb eures Urlaubsdomizils. Ein wichtiges Element bildet auch eine gewisse soziokulturelle Anpassung: „When in Rome, do as the Romans do!“ – das bedeutet, dass sich die Touristen und der Tourismus per se an die örtlichen Gepflogenheiten anpassen sollten – und nicht umgekehrt. Regionale Speisen und Getränke sowie eine wohl integrierte Architektur der Unterkunft sind daher stets eine gute Wahl und erhöhen gleichsam das Urlaubsvergnügen.

Fazit
Nachhaltige Reisen müssen sowohl ganzheitlich als auch individuell betrachtet werden. Entscheidend war, ist und bleibt jedoch die Wahl des Transportmittels, da damit die größten Umweltschäden verursacht werden. Weitere Kernpunkte bilden nachhaltige Unterkünfte sowie die Unterstützung der lokalen Bevölkerung.

Treibhausgasemissionen für Urlaubsreisen

Der Konsum als Wille und Vorstellung

Unser heutiger Konsum schwankt zwischen Widerstand und Widerspruch.
Wir fahren mit dem Geländewagen quer durch die Stadt zum Bio-Bäcker.
Wir spenden für die Opfer in Bangladesch, doch freuen uns über ein T-Shirt für 5 Euro.
Wir wissen um den Klimawandel und fliegen übers Wochenende nach London.
Wir sind gegen schlechte Arbeitsbedingungen, aber kaufen stets das neuste Smartphone.
Wir ärgern uns über die wachsenden Müllberge und trinken täglich Coffee-to-go.

Nachhaltiger Konsum

In der Wissenschaft spricht man Verantwortungsrhetorik, wenn die bekundete Einstellung dem eigentlichen Handeln widerspricht. Das heißt wir kennen das Problem, möchten eigentlich nicht Teil desselben sein und doch sind wir es. Aber wie lassen sich die Widersprüche überwinden? Ein Überblick über Effizienz-, Konsistenz- und Suffizienz-Strategien zur Förderung eines nachhaltigen Lebensstils.

Auf effiziente Produkte zu setzen, kann Rohstoffe, Emissionen und Energie sparen. Kann! Ein effizientes Auto beispielsweise spart Benzin und erzeugt damit weniger Abgase. Die Autos werden grundsätzlich auch effizienter, doch sie haben gleichzeitig mehr Motorenleistung. Steigende Leistung und erhöhte Effizienz gleichen sich praktisch aus. Dieser Bumerang-Effekt kann sogar zu einem Backfire-Effekt führen, wenn das vermeintlich effiziente Fahrzeug nun öfter gefahren wird als zuvor das alte und damit der eigene Abgasausstoß noch erhöht wird.
Faustregel: Kaufe effiziente Produkte und nutze sie effizient.

Lange Zeit wurde der Weg zwischen Produktion und Konsum linear gedacht, das heißt ein Gut wurde hergestellt und landet am Ende auf dem Müll. Das ist natürlich wenig ressourcenschonend, da die genutzten Rohstoffe den späteren Generationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Konsistenz-Ansatz hingegen versteht Produkte in Kreisläufen und vermeidet Abfälle. Energieanbieter zum Beispiel, die auf fossile Energieträger setzen, denken linear: Kohle wird aus der Erde gebuddelt, verbrannt und endet als Rauch in den Schornsteinen. Energetisch betrachtet, verursachen Ökostromanbieter hingegen weder Müll noch Emissionen, da die Energie aus Wind, Sonne und Wasser keine endlichen Ressourcen darstellen.
Faustregel: Präferiere zirkuläre und meide lineare Produkte.

Ein suffizienter Konsum kennzeichnet einen Lebensstil, der sich an den Schwerpunkten von Entschleunigung über Bescheidenheit bis Entkommerzialisierung orientiert, wodurch letztlich eine Steigerung der Lebensqualität gesehen wird. Statt Eigentümer eines sparsamen Autos (Effizienz) oder Elektro-Autos (Konsistenz) zu sein, kann es nach diesem Ansatz auch reichen, sich einfach eines zu leihen, wenn man es braucht oder ganz auf einen eigenen Wagen zu verzichten, da Bus und Bahn ohnehin um die Ecke sind.
Faustregel: Hinterfrage per se die Notwendigkeit von Produkten.

In diesem Sinne: Fahre mit einem Leihfahrrad zum Bio-Bäcker, trinke zu Hause eine gute Tasse Kaffee und telefoniere mit deinem alten Handy nach London, um zu berichten, was für ein schickes Shirt du auf dem Flohmarkt entdeckt hast. 😉

Schützt der Klimavertrag das Klima?

Der Weltklimavertrag von Paris ist am 22. April in New York unterzeichnet worden. Mit diesem Vertrag zum Klimaschutz bekennt sich die Weltgemeinschaft völkerrechtlich verbindlich zum Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen.

Klimawandel

In dem Sammelwerk „Unter 2 Grad?“ analysieren Autoren aus Wissenschaft, Politik, Medien und NGOs, was der Weltklimavertrag wirklich bringt. Dr. Kevin Riemer (KR) von der UmweltDruckerei fragt beim Vorsitzenden der Deutschen Umweltstiftung und Mitherausgeber des Werkes Jörg Sommer (JS) nach, was die Politik, Unternehmen und Zivilgesellschaft für einen Beitrag leisten können, damit das Klimaziel gelingt.

KR:

Der Autor Andreas Wijkmann zitiert in Ihrem Buch den britischen Journalisten George Monbiot, der den Erfolg des Klimavertrages wie folgt zusammenfasst.

„Das Abkommen ist ein Wunder im Vergleich zu dem, was hätte sein können – und ein Desaster im Vergleich zu dem, was hätte sein sollen.“

Wie würden Sie die Aussage von Herrn Monbiot aus umweltpolitischer Sicht bewerten?

JS:

Das Wunder, von dem Monbiot spricht, bezieht sich auf das Ziel: die globale Erwärmung auf Unter 2 Grad zu begrenzen. Betrachtet man das oft unwürdige Geschacher, das Weltklimakonferenzen in der Vergangenheit prägte, ist es schon ein beeindruckender Erfolg, dass dieses Ziel letztlich sogar völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben wurde und sich fast sämtliche Nationen der Welt dazu bekannt haben.

Dennoch darf man eines nicht vergessen: Selbst wenn dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden sollte, bedeutet dies, einen Teil der Welt zu opfern. Bei „nur“ zwei Grad Erderwärmung halbieren sich die Ernteerträge in weiten Teilen der Welt, vervielfachen sich Extremwetterlagen und dehnen sich die Wüsten dramatisch aus. Das alles bei einem weiteren dramatischen Anstieg der Weltbevölkerung.

Hinzu kommt das Problem der Umsetzung: Der Weltklimavertrag setzt weitestgehend auf Freiwilligkeit. Noch gibt es dazu aber viel zu wenig Zusicherungen, in der Vergangenheit wurden zudem freiwillige Zusicherungen auf internationaler Ebene nur zu rund 50 % erfüllt. Legt man diese Maßstäbe an, wird möglicherweise wohl eher eine Erderwärmung in Richtung 4 Grad zu erwarten sein. Das könnte man durchaus als Desaster bezeichnen.

KR:

Das Paris-Abkommen umfasst unter anderem den Schutz der Wälder (vgl. REDD) und unterstreicht damit die Bäume als potenzielle CO2-Speicher. Wie bewerten Sie Erst- und Wiederaufforstungsprojekte als unternehmerisches Instrument für den Klimaschutz?

JS:

REDD bedeutet Reducing Emissions from Deforestation and Degradation – Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung. REDD ist ein Programm der Vereinten Nationen zum Klimaschutz durch Waldschutz. Hier geht es zunächst einmal um die Verhinderung bzw. Reduzierung von Entwaldung. Insbesondere Urwälder, die einmal abgeholzt wurden, sind auf viele Generationen unwiederbringlich verloren. Deshalb sind alle Initiativen lobenswert, die solche Abholzung verhindern. Wiederaufforstung ist sicher eine lobenswerte Initiative, aber im Verhältnis zum Schutz bestehender Urwälder bei weitem nicht so ökologisch vorteilhaft, wie oft vermutet. Einerseits bedarf eine Aufforstung generationenlanger Pflege, um dort wieder ein wertvolles Ökosystem zu etablieren. Andererseits entziehen Wälder nur dann der Atmosphäre dauerhaft CO2, wenn man konsequent auf deren forstliche Nutzung verpflichtet. Mit dem Pflanzen von Bäumen ist es also nicht getan.

KR:

Ein Kritikpunkt in Ihrem Buch ist die fehlende Einbeziehung des internationalen Flug- und Schiffsverkehrs in den Klimaschutzvertrag, obwohl diese für einen nicht unbedeutenden Anteil an CO2-Emissionen verantwortlich sind. Warum ist gerade dieser Punkt Ihrer Meinung nach nicht mit einbezogen worden?

JS:

Ein Klimavertrag wird grundsätzlich nicht nur im Verlauf einer Konferenz ausgehandelt. Den Konferenzen geht jeweils ein langwieriger Prozess des Interessenausgleichs voraus. Da gibt es diplomatische Konsenssuchen, aber auch knallharten Wirtschaftslobbyismus. Insbesondere die Mobilitätswirtschaft, zu der neben den Autoherstellern auch die Luftfahrtindustrie, die Logistikbranche und die Tourismusbranche zählen, ist international einflussreich. Viele Länder hängen stark von einer oder mehrere dieser Branchen ab. Deren Klimadiplomaten sind bei diesem Thema an der ganz kurzen Leine. Auch Deutschland spielt hier keine besonders ruhmreiche Rolle.

KR:

Und wie sollten Geschäftsreisende und Touristen Ihres Erachtens zukünftig ihre Reisen bzw. ihren Urlaub planen?

JS:

Wussten Sie, dass die Wähler der GRÜNEN diejenigen sind, die am häufigsten fliegen? Dies zeigt ein wesentliches Dilemma in der Ökologie auf: Der Sprung vom Wissen zum Handeln gelingt nur selten. Auch wenn die deutsche Luftfahrtindustrie zur Zeit mit dem frechen Spruch „Fliegen ist das neue Öko“ wirbt, bleibt die einfache Wahrheit: Ökologisch sind nur nicht gefahrene Kilometer und nicht geflogene Meilen. Für die Umwelt gibt es keine Bonus- sondern nur Malus-Meilen.

Man kann auch keine Flugmeilen mit dem Pflanzen von Baumsetzlingen ausgleichen. So wenig, wie man mit Biertrinken den Regenwald rettet. Es ist keine angenehme Nachricht, aber wahr ist: Wir belasten mit unserer Lebensweise die Umwelt. Und jeder von uns muss immer wieder neu die Entscheidung treffen, ob der Wochenend City Trip nach London wirklich zu seiner Lebensqualität beiträgt, oder ob er da nur ein fremdbestimmtes Konsumentenkonzept nachlebt.

Flugreisen verbieten? Keinesfalls. Das eigene Konsum- und Freizeitverhalten überdenken? Immer wieder! Mit Freunden und Familie durch den Welzheimer Wald zu streifen mag nicht den Coolness-Faktor eines Malediven-Urlaubs haben, emotional und sozial kann er uns aber sehr viel mehr geben, wenn wir uns darauf ein- und die Handys zu Hause lassen.

KR:

Vielen Dank, Herr Sommer für das aufschlussreiche Interview und Ihre kritischen Anregungen für einen effektiven Klimaschutz!

Auf Sand gebaut

Wüste mit Sonnenuntergang

Wir wollen heute einmal der Frage nachgehen, warum Sand eigentlich ein wertvoller und umkämpfter Rohstoff ist, obgleich etwa 1/3 der Erdoberfläche dieses Planeten von Wüsten bedeckt ist.

Klären wir zunächst, was den Rohstoff Sand eigentlich so wertvoll macht. Sand ist ein äußerst wichtiger Rohstoff, da er buchstäblich das Fundament der boomenden Bauwirtschaft darstellt, indem er maßgeblich für die Herstellung von Stahlbeton benötigt wird. Die Superlative zum Thema Sand hat unter anderem Schrot & Korn in Ihrer aktuellen Ausgabe (04/2016) einmal zusammengefasst:

  • Sand und Kies sind nach Luft und Wasser die am meisten genutzten Ressourcen der Erde. Sie machen bis zu 85 Prozent der abgebauten Rohstoffe aus.
  • Für Bauwirtschaft, Aufschüttungen und Industrie werden global pro Jahr über 40 Milliarden Tonnen Sand und Kies benutzt. Doppelt so viel, wie alle Flüsse der Erde führen können.
  • Mit der jährlich weltweit benötigten Menge an Beton könnte man jedes Mal aufs Neue eine 27 Meter hohe und 27 Meter breite Mauer entlang des Äquators bauen.
  • Allein China hat zwischen 2011 und 2013 mehr Beton verbaut als die USA im gesamten 20. Jahrhundert.
  • Jeder Deutsche verbraucht im Schnitt pro Jahr unglaubliche 2,9 Tonnen Sand. Etwa 80 Prozent davon stecken in den Häusern, Straßen und Brücken, die wir nutzen.

Das sind wahrlich beeindruckende Zahlen, die eindeutig belegen, dass Sand einen wertvollen Rohstoff darstellt – aber ist es auch ein umkämpfter Rohstoff? Unsere Erdoberfläche ist doch zu 1/3 mit Wüsten bedeckt?

Die Landmasse unserer Erde besteht zwar zu 1/3 aus Wüsten, zumindest sofern man Halb- und Randwüsten mit einrechnet, doch eine Wüste muss nicht unbedingt aus Sand bestehen, sondern man unterscheidet grundsätzlich Trocken- und Kältewüsten. So genannte Sandwüsten bilden wiederum nur einen Teil der Trockenwüste. Entscheidender als dieser Umstand ist jedoch, dass der verhältnismäßig feine Wüstensand gar nicht als Baumaterial verwendet werden kann, da dieser aufgrund der Winderosionen zu rund und gleichmäßig ist. Sand als Baumaterial kommt demnach nicht aus der Wüste, sodass selbst „Wüstenstaaten“ wie die Vereinigten Arabischen Emirate den Sand importieren müssen. Die ursprüngliche ironisch gemeinte englische Redewendung, dass ein guter Verkäufer „could sell sand to an arab“ ist paradoxerweise Realität geworden.

Dubais Wolkenkratzer sind teilweise mit Sand aus Australien gebaut.

Dubai – fotografiert vom „Burj Khalifa“, dem höchsten Gebäude der Welt. Obgleich es von Wüstensand umgeben ist, wurde es mit Sand aus Australien gebaut.

Und genau hier liegt das Kernproblem: Der endliche Rohstoff Sand muss für solche Staaten aus anderen Bereichen der Welt abgebaut und importiert werden – legal und sogar illegal. Das hat massive ökologische und soziale Folgen, denn der potenzielle Bausand, mit der benötigten rauen, kantigeren Oberfläche, wird überwiegend vom Grund der Meere abgebaut. Gewaltige Schwimmbagger saugen den Sand vom Meeresboden – inklusive der gesamten Flora und Fauna des Meeresbodens, wodurch sämtliches Leben auf dem Meeresgrund von einer auf die andere Sekunde erlischt. Dies setzt nicht nur eine ökologische Kettenreaktion in Gang (Stichwort „Nahrungskette“), sondern hat auch kaum abzusehende soziale Folgen. Verschwindet das Leben aus dem Meer, vernichtet man gleichzeitig die Existenzgrundlage der Menschen, die von den Fischen und Meeresfrüchten leben. Noch weitreichender manifestieren sich die Auswirkungen, wenn der Sandabbau das gesamte natürliche Gleichgewicht zwischen Wind, Wellen und Strömungen durcheinanderbringt. Dieses komplexe Zusammenspiel kann dazu führen, dass sich auch der restliche Sand in Bewegung setzt, wodurch sich Küstenabschnitte verändern und einzelne Strände oder sogar ganze Inseln verschwinden können.

Außer durch gezielte Protestaktionen kann man als BürgerIn oder KonsumentIn leider nur bedingt etwas gegen den Sandverbrauch unternehmen, da die öffentliche Hand durch den Bau von Gebäuden und Straßen noch immer die größte Verbraucherin des Sandes ist.

Schrot & Korn hat für sensibilisierte VerbraucherInnen zumindest ein paar Handlungsalternativen zusammengetragen, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen.

  • Weniger Auto fahren (Für einen Kilometer Autobahn brauchen wir 30 000 Tonnen Sand. Je weniger Menschen Auto fahren, desto weniger neue Straßen werden geplant.)
  • Reparieren statt neu kaufen (Sand steckt in vielen Alltagsdingen, in denen wir ihn nie vermutet hätten. Den eigenen Konsum reduzieren, hilft somit Ressourcen zu schützen.)
  • Sanieren statt neu bauen (Ein Einfamilienhaus benötigt etwa 200 Tonnen Sand. Die eigene Wohnfläche im gesunden Maße zu begrenzen und zu sanieren, ist meist nachhaltiger als neu zu bauen.)
  • Stromanbieter wechseln (Ökostrom beziehen, denn je mehr Treibhausgase die Erderwärmung und somit den Meeresspiegel steigen lassen, desto schlimmer erodieren die Küsten.)
  • Ökologischen Tourismus fördern (Wer nachhaltige Gastbetriebe unterstützt und so die Nachfrage nach Hotelburgen an Stränden reduziert, sorgt für ein Gleichgewicht am Meer und dessen Küsten.)

Dies sind zumindest eine paar Anhaltspunkte, um die Probleme des Sandabbaus im Rahmen des privaten Konsums ein wenig zu minimieren. Sämtliche negative Effekte des Sandabbaus darzustellen, würde hier allerdings den Rahmen sprengen. Wer daher mehr über den Rohstoff Sand erfahren möchte, dem sei exemplarisch der Film „Sand – Die neue Umweltzeitbombe“ ans Herz gelegt, der die Folgen des Sandabbaus eindrucksvoll dokumentiert.

Nachhaltigkeit im Büro

Nachhaltigkeit im Büro

Die Fachzeitschrift Nachhaltig Wirtschaften verweist in ihrer aktuellen Ausgabe (02/2016, S. 100-106.) auf die Vorzüge eines ökologischen Büros. Trotz potenzieller Kosteneinsparungen bilden nachhaltige Büros eher noch die Ausnahme.

„Über 100 Millionen Bürobedarfsartikel werden jährlich produziert und verbraucht, 10 Millionen Tonnen Müll stammen aus bundesdeutschen Büros. Etwa 2,7 Millionen Personalcomputer und Notebooks werden in Deutschland jährlich gekauft und fallen in immer kürzeren Abständen auch in Büros wieder als Computerschrott an. Der Papiereinsatz beträgt 10 Millionen Tonnen – Jahr für Jahr.“ (Dieter Brübach, Vorstand B.A.U.M. e.V., 2016)

Höchste Zeit ein paar stichwortartige Anregungen aus dem Artikel zusammen zu stellen und zu ergänzen, damit wir es zukünftig besser machen können:

  • Büromöbel: Auf ressourcenschonende, umweltverträgliche und langlebige Materialien setzen; Möglichst reparabel, recycling-gerecht und schadstofffrei. Am besten Blauer Engel-zertifiziert mit mindestens 5 Jahren Garantie
  • Müllvermeidung: Nachwachsende Rohstoffe bevorzugen; Einrichtungsgegenstände besser an Zweitnutzer weitergeben oder spenden sowie die Rücknahmegarantie des Herstellers nutzen
  • Arbeitsweise: Ressourcen sparen durch die gemeinsame Nutzung von Schreibtischen und Einrichtungsgegenständen; Home-Office ermöglichen
  • Papier: Den Verbrauch durch Digitalisierungsprozesse verringern und auf 100 % Recycling-Papier setzen
  • Büromaterialien: Auf Einweg-Produkte verzichten und ökologische Produkte präferieren (Bspw. Schreibgeräte aus Holz, Radiergummi aus Naturkautschuk etc.)
  • Computer, Kopierer, Drucker: Stromeffiziente Geräte bevorzugen und ungenutzte Geräte ausstellen; Green IT nutzen (Virtuelle Server, Intelligente Vernetzung)
  • Stromanbieter: Auf Ökostrom und erneuerbare Energien setzen statt auf konventionellen Atom- und Kohlestrom
  • Mobilität: Video-/Telefonkonferenz statt mit dem Flieger zum Meeting; Anreize für den Arbeitsweg schaffen (Bahn, ÖPNV und Fahrrad statt Auto)
  • Toner und Patronen: Das Wiederaufbereiten und Auffüllen reduziert erheblich die Kosten in Relation zum Neupreis
  • Mülltrennung: Wert- und Abfallstoffe getrennt erfassen und entsorgen. Insbesondere Altpapier macht ca. 80 % des Büromülls aus und kann problemlos recycelt werden

Insbesondere letzter Punkt kommt uns wiederum zugute, da wir auf Altpapier angewiesen sind, um Ihnen weiterhin 100 % Recycling-Papier anbieten zu können – in diesem Sinne:

Vielen Dank für Ihre Unterstützung! 💚

Wasser – ein omnipräsentes Luxusgut?

In Deutschland dreht man den Wasserhahn auf und es sprudelt zu jeder Tag- und Nachtzeit sauberes Trinkwasser aus der Leitung. Bei den relativ hohen Niederschlägen hierzulande erlauben wir uns, im Trinkwasser zu baden und sogar unsere Toiletten damit zu spülen. Dass dieser Luxus global betrachtet alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, verrät bereits ein kurzer Blick auf die Wasservorräte unseres Blauen Planeten.

Wasser

Diese bestehen nämlich zu 97,5 % aus Salzwasser und lediglich zu 2,5 % aus Süßwasser. Das Süßwasser ist wiederum zu 69 % im Gletschereis und ständig liegender Schneedecke eingeschlossen, 30 % befindet sich unterirdisch und gerade einmal 1 % davon ist Oberflächenwasser. Trotz des Wasserkreislaufes der Erde stellt das Süßwasser damit insbesondere in trockenen Regionen einen essenziell wertvollen Rohstoff, der darüber hinaus durch die globale Erwärmung und den wachsenden Bedarf weiter limitiert wird. Bereits heutzutage verfügt etwa ein Drittel der Menschheit über zu wenig Wasser und 663 Millionen Menschen haben derzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Genau hier setzt unser Kooperationspartner Viva Con Agua an, um Menschen in weltweiten Projekten einen menschenwürdigen Trinkwasserzugang in ausreichender Menge und Qualität zu ermöglichen. Dies geschieht durch die regionale Erschließung, Aufbereitung und Speicherung von Grund- oder Oberflächenwasser sowie dessen gerechter Verteilung. Einher gehen die Trinkwasserinitiativen mit der Förderung von Sanitäranlagen und Hygienemaßnahmen (WASH). Finanziert werden diese integrierenden Projekte durch FördergelderSpenden und dem Verkauf von Trinkwasser. Mit den erzielten Einnahmen wird die Gesundheit der Menschen vor Ort gefördert und somit das weltweite Menschrecht auf sauberes Trinkwasser umgesetzt.

Mosambik Wasser-Projekt

Zusammenfassend haben wir nunmehr drei Möglichkeiten, zukünftig unseren Durst zu stillen.

  • Wir kaufen weiterhin grundlos überteuertes oder gar importiertes Trinkwasser von konventionellen Unternehmen.
  • Wir nutzen einfach die sehr gute Wasserqualität unserer heimischen Leitungen und entlasten damit die Umwelt und unseren Geldbeutel.
  • Wir denken fortan in globalen Solidargemeinschaften und unterstützen mit unserem Wassereinkauf soziale Projekte in ärmeren Regionen dieser Erde.

Wie immer Sie sich entscheiden, wir jedenfalls beziehen unser Trinkwasser über einen der lokalen Viva Con Agua-Händler und fördern damit die gemeinnützigen Ziele unseres Kooperationspartners – und sollten wir den Einkauf einmal vergessen haben, drehen wir einfach unseren Wasserhahn auf 🙂