Nachhaltig verreisen

Die Sommerferien haben in vielen Bundesländern bereits begonnen oder starten noch in diesem Monat. Über die Hälfte der Bevölkerung möchte während dieser Zeit zwar grundsätzlich gerne nachhaltig verreisen, doch spielt Nachhaltigkeit letztlich bei der konkreten Umsetzung zumeist keine Rolle, da viele Urlauber gar nicht wissen, auf was sie denn genau achten müssen. Wie die Urlaubsreise nachhaltig gestaltet werden kann, möchten wir für euch kurz anhand der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit erläutern.Weltkarte Reisen

1. Ökologisch
Wird eine generelle Rücksichtnahme auf die Natur und Tiere vorausgesetzt, so stellt sich die Wahl des Transportmittels als das entscheidende Umweltkriterium beim Reisen heraus. Vergleicht man die verantworteten CO2-Emissionen pro Person bei einer durchschnittlichen Autoreise mit entsprechenden Zug- und Busfahrten, schneiden letztere relativ besser ab, da sie weniger Treibhausgase verursachen. Die meisten klimaschädlichen Emissionen verursachen eindeutig Flugzeuge und Kreuzfahrtschiffe. Sofern aufgrund einer Fernreise nicht auf das Flugzeug verzichtet werden kann, sollte die Reise zumindest kompensiert werden. Die Wahl des Transportmittels gilt selbstverständlich auch vor Ort, sodass beispielsweise Leihfahrräder einem Mietwagen vorzuziehen sind.

2. Wirtschaftlich
Die sinnvollste Wahl bilden nachhaltig zertifizierte Reiseveranstalter und Unterkünfte. TourCert ist eine gemeinnützige Gesellschaft für die Zertifizierung im Tourismus und vergibt das gleichnamige Siegel an ökologisch und sozial nachhaltige Reiseveranstalter. Im forum anders reisen haben sich ebenfalls Reiseveranstalter zusammengeschlossen, die sozialverantwortliche und umweltgerechte Reisen anbieten. Auch die Wahl der Unterkunft ist entscheidend, da auch diese negativ Umweltauswirkungen haben kann. Wie unsere Druckerei nutzen Bio-Hotels ausschließlich Ökostrom, BioLebensmittel und Recyclingpapier. Energie- und Wasserverbrauch sowie Müllreduzierung bilden ebenso für Viabono die Zertifizierungsgrundlage für ihre klimafreundlichen Unterkünfte.

3. Sozial
Bei diesem Punkt muss hinterfragt werden, inwiefern auch die Menschen vor Ort von der Reise profitieren oder zumindest nicht unter dem Tourismus leiden müssen. All-Inclusive-Hotels mögen zwar bequem sein, aber die einheimischen Restaurants und der örtliche Lebensmittelanbieter haben hiervon leider wenig. Ein stetig zu wässernder Golfplatz in einer ohnehin schon trockenen Region oder Skifahren auf Kunstschnee sollte ebenfalls gemieden werden. Am besten ist der Ort in den Wirtschaftskreislauf der Unterkunft natürlich integriert. Nutzt daher besser aktiv die privaten Geschäfte sowie lokale Essens- und Freizeitangebote auch außerhalb eures Urlaubsdomizils. Ein wichtiges Element bildet auch eine gewisse soziokulturelle Anpassung: „When in Rome, do as the Romans do!“ – das bedeutet, dass sich die Touristen und der Tourismus per se an die örtlichen Gepflogenheiten anpassen sollten – und nicht umgekehrt. Regionale Speisen und Getränke sowie eine wohl integrierte Architektur der Unterkunft sind daher stets eine gute Wahl und erhöhen gleichsam das Urlaubsvergnügen.

Fazit
Nachhaltige Reisen müssen sowohl ganzheitlich als auch individuell betrachtet werden. Entscheidend war, ist und bleibt jedoch die Wahl des Transportmittels, da damit die größten Umweltschäden verursacht werden. Weitere Kernpunkte bilden nachhaltige Unterkünfte sowie die Unterstützung der lokalen Bevölkerung.

Treibhausgasemissionen für Urlaubsreisen