Nachhaltige Banken für eine nachhaltige Zukunft

Der bevorzugte Griff nach sozialen und ökologischen Produkten findet immer mehr Verbreitung. Es wird eben versucht, nachhaltig zu konsumieren, um die Welt ein wenig besser zu gestalten. Doch was geschieht eigentlich mit dem Geld auf deinem Bankkonto? Es wird investiert – und zwar in Projekte, die eher selten nachhaltig sind. Hier erfährst du daher alles über nachhaltige Banken!

Nachhaltige Banken

Warum konventionelle Banken eine nachhaltige Entwicklung blockieren

Gewinnmaximierung ist das entscheidende Ziel eines konventionellen Unternehmens. Bei nachhaltigen Unternehmen ist es lediglich ein Ziel. Dieser feine Unterschied hat gewaltige Auswirkungen. Banken, die ihre Investitionen ausschließlich auf die höchste Gewinnspanne ausrichten, interessieren sich im besten Fall sekundär für die ökologischen und sozialen Folgen ihrer Investitionen. Konventionelle Banken investieren u.a. in Rüstungsprojekte und ermöglichen damit Waffengeschäfte, die wiederum kriegerische Auseinandersetzungen schüren und die Not der betroffenen Menschen vergrößern.

„Allein die Deutsche Bank soll 2012 bis 2015 Rüstungsfirmen fast 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt haben. Bei der Commerzbank sind es 1,2 Milliarden Euro.“

Finanziell fördern sie zudem fossile Energieträger und die Atomkraft. Darüber hinaus spekulieren diese Banken mit Nahrungsmitteln an der Börse und treiben die Preise für die EndverbraucherInnen in die Höhe. Die enormen Gewinne dieser amoralischen Geschäfte spiegeln sich in den enormen Gehältern der Top-Manager der verantwortlichen Banken wieder. Unmoralisches Handeln wird somit belohnt und zahlt sich buchstäblich aus.

Das Investment nachhaltiger Banken

Ethische oder grüne Banken wickeln ihre Geschäfte hingegen fair, sozialverantwortlich und ökologisch ab. Auch sie möchten erfolgreich wirtschaften, doch wird dieses Ziel ökologischen und sozialen Parametern gleichgestellt. Sie haben für sich Ausschlusskriterien verfasst, die ihnen beispielsweise nicht erlauben, in Rüstungsprojekte zu investieren. Zudem arbeiten nachhaltige Banken mit Positivkriterien, die wiederum besonders förderungswürdige Projekte im Kontext von Umwelt und Soziales bevorzugen.

Aber ich konsumiere doch schon nachhaltig – reicht das nicht?

Eine nachhaltige KonsumentIn kauft zum Beispiel regionale Produkte im Bioladen, bezieht Ökostrom und spendet für soziale Projekte – das ist großartig! Aber was macht die Bank mit dem Rest des Geldes, was kurz- oder langfristig auf dem eigenen Konto liegt? Sie wirtschaftet damit (ca. das 33-fache des Eigenkapitals wird an Fremdkapital aufgenommen und investiert). In dem Fall sieht die eigene Nachhaltigkeitsbilanz schon gar nicht mehr so vorbildlich aus, da konventionelle Banken bspw. nicht primär in biologische Landwirtschaft und den Tierschutz investieren, sondern sich vielleicht die größten Gewinne aus der Massentierhaltung versprechen. Dein eigener vorbildlicher Konsum wird damit quasi wieder ausgeglichen.

Um ganzheitlich nachhaltig zu sein, ist ein Konto bei einer nachhaltigen Bank sowohl für Unternehmen als auch Privatpersonen unverzichtbar. Andernfalls hält sich die jeweilige Nachhaltigkeitsbilanz zwischen der Geldanlage bei einer konventionellen Bank und dem nachhaltigen Konsum in etwa die Waage.

Unmittelbar wird zwar nachhaltig eingekauft, aber mittelbar wird über die eigene Bank in konventionelle Projekte investiert.

Und welche Banken sind wirklich nachhaltig?

Die Übergänge von konventionellen zu zumindest nachhaltigeren (Sparkassen, Kirchenbanken) zu wahrlich nachhaltigen Banken sind fließend. Empfehlenswert sind:

  • GLS-Bank (Genossenschaftsbank; besonders gemeinwohlorientiert)
  • EthikBank (kleinste Alternativbank; investiert in Umwelt und Soziales)
  • UmweltBank (Aktiengesellschaft; konzentriert sich auf Umweltprojekte)
  • Triodos Bank (umsatzstärkste Bank; fördert Soziales, Ökologisches und Kulturelles)

Ein Wechsel ist einfacher denn je!

Seit September 2016 gilt beim Girokonto-Wechsel das Zahlungskontengesetz: Die Banken müssen Kunden beim Wechseln helfen und haften sogar bei möglichen Schäden. Hierzu muss lediglich das neue nachhaltige Bankinstitut ermächtigt werden, die notwendigen Daten (Daueraufträge, Lastschriften etc.) von der alten konventionellen Bank einzufordern. Das geschieht zumeist in wenigen Tagen. Ganz einfach.

Wer sich noch gerne einmal ausführlich beraten möchte, welche Nachhaltigkeitsbank am besten zu einem passt oder sich einfach fragt, wie nachhaltig eigentlich die eigene Bank ist, der/die ist bei unserer Partnerin Urgewald sehr gut aufgehoben. Agnes Dieckmann freut sich auf eure Fragen:

Telefon: 02583 / 30492-11
E-Mail: agnes[ät]urgewald.org

Seit uns bewusst wurde, wie einfach ein Wechsel ist und welch wichtiges Element nachhaltige Banken für die Lösung von ökologischen und sozialen Problemen darstellen, sind auch wir zur GLS-Bank gewechselt. Vielleicht kann euch dieser Artikel ja ebenfalls motivieren, auf eine nachhaltige Bank zu wechseln. Wir würden uns sehr freuen!